Chronik der Wetterinformationszentrale · WIZ

Die Sicherstellung der Arbeit des 'Meteorologen' allgemein war schon immer mit einem sehr grossem Aufwand an technischer Sicherstellung verbunden. Dies für die WIZ sowohl für ihre 'eigenen' Meterorologen als auch alle 'Meteorologen' im unterstellten Dienstbereich.

Dafür wurde stellenweise sehr grosser personeller und technischer Aufwand betrieben. In einigen Bereichen wurde im MD Technik eigenverantwortlich genutzt, für die normalerweise externe Dienste, Fachabteilungen bzw. Gefechtsabschnitte installiert waren. Es sei in diesem Zusammenhang schon hier erwähnt, daß aber auch der MD sehr intensiv 'Dienstleistungsangebote' sicherstellender Dienste bzw. Gefechtsabschnitte nutzte.

Nachfolgend soll die Raumaufteilung des Bereiches der Wetterinformationszentrale der ZFWW und die in den Räumen installierte Technik beschrieben werden. Zunächst zur allgemeinen Raumaufteilung.


Die ZFWW belegte die Räume 302 bis 307. Links neben dem Raum 301 folgte der Schleusenbereich des TO-02 im Bereich des unterirdischen Überganges zum TO-01.

Im Raum 302 befanden sich die Arbeitsplätze des DM und des OFWD, sowie bei Bedarf für bis zu drei weitere Meteorologen. Es folgte ein kleiner Raum, hier wurden manuell Karten gezeichnet, zusätzlich befand sich hier KW-Empfangstechnik. Danach folgte der Raum 304, der Raum der WIZ. Hier waren alle wesentlichen nachrichtentechnischen Systeme konzentriert. Danach wieder ein kleiner Raum in dem die MD eigene FS-Vermittlungstechnik installiert war. Im nachfolgenden Raum 305 waren die Rechnersysteme für das Wetterinformationsystem POGODA und für das Wetterbildempfangssystem WILMA-4 untergebracht. Der nachfolgende kleine Raum 307 wurde nur bei speziellen Übungen genutzt. In ihm war dann temporär die benutzte Verschlüsselungstechnik plaziert.


Die Räume hier im maszstabgerechten 3D-Modell von M.Rassau dargestellt, welches auf den originalen Bauplänen von 1978 beruht. Auf der rechten Seite ist oben der Notausgang und unten rechts der Gang in Richtung Haupteingang am Kopfbau des TO-02 zu sehen. Im unteren Bereich sind Teile der nächsten 'Parallel-Röhre' zu sehen, dort war die Übertragungsstelle des FBZ entfaltet.

Alle Räume wurden mehrfach im Sinne einer effektiveren Platzausnutzung im Rahmen von Revisionen umgebaut, dies besonders intensiv im Jahre 1990. Diese Räume im TO-02 wurden bis zur Bauwerkschließung beibehalten.

Die nachfolgende Darstellung bezieht sich auf Bildaufnahmen aus dem Jahre 1990.

Funkempfänger für Wetterkarten und Netzteile für Faksimiliegeräte. Am rechten Bildrand ist die Leitungskontrolleinrichtung für Faks-Leitungen zu erkennen. Mit dieser Einrichtung war es möglich, alle von der WIZ benutzten Leitungen auf einen beliebigen Empfänger innerhalb der Geräteträger der WIZ zu schalten.

In diesen Raum befand sich neben der Technik auch ein Tisch, an welchen manuell Karten gezeichnet wurden.
Faksimilie- Empfänger & Sender sowjetischer Bauart vom Typ LADOGA. Diese Systeme waren im gesamten Bereich des MD eingesezt und wurden von ca. 1975 bis 1990 unverändert genutzt.

Die Übertragung erfolgte im niederfrequenten Frequenzbereich zwischen 500 Hz und 4500 kHz mittels analoger Amplitudenmodulation. Man konnte also 'zuhören', dies wurde in der Praxis auch tatsächlich zur Feineinstellung der Frequenz und zur Detektion eines realen Sendungsbeginns - sprich Kartenanfangs - so ausgenutzt.
Blick in den Hauptraum der WIZ. Die zu erkennende Raumgröße täuscht über lange Jahre vorhandene und handelnde Personen belastende Probleme hinweg.

Diese Raumaufteilung konnte erst im Jahr 1990 erreicht werden und war einerseits auf die Ausmusterung der mechanischen Fernschreibmaschinen T51 / T63 und ihrer zugehörigen Geräteträger möglich. Es wurden dabei nachfolgend generell elektronische Fernschreibmaschinen vom Typ FS 12xx eingeführt.

Andererseits wurde dieser Platz durch konsequente Verlagerung wartungsarmer und gleichzeitg geräuschintensiver Technik in den Raum 305 gewonnen.
Überblick über die im Raum installierten technische Hauptsysteme und die jetzt an einem Arbeitsplatz installierten Steuer- und Eingabe-Terminals.

Im Hintergrund in den Geräteträgern links elektronische Fernschreibmaschinen sowie weitere KW-Empfänger. Auf der rechten Seite ein Teil von POGODA V, das die Fernschreibleitungsteilnehmer sicherstellende System auf K1520 µR-Basis.

Im Vordergrund die Terminals für - von links beginnend - das System POGODA, das EDV-Projekt K04 / K09 und die Darstellung der Wetterinformationen für den Diensthabenden ZGS.
Blickrichtung nun vom zentralen Arbeitsplatz aus in Richtung Raum 305, die Durchgangstür ist geöffnet.

Im Hintergrund rechts Geräteträger mit Modems TAM 601 für die online Datenübertragung, die Leitungskontrolleinrichtung und dem 'generellen' Schaltschrank für alle Leitungen am Übergabepunkt zur Übertragungsstelle II.

Im Vordergrund die Terminals für - von rechts beginnend - das EDV-Projekt K04 / K09, die Darstellung für den DhZGS, die FS-Direktvermittlungsanlagen vom Typ UNIVERM, das System POGODA und das System WILMA-4. Oben links von der Tür der online Sichtmonitor von WILMA-4 und ein TV-Monitor mit dem Kontrollbild der Flugplatz-Wetterdarstellung für den DhZGS.

Im Bereich der Holzblende an der Decke - mit Uhr - befand sich, eine im Jahr 1990 entfernte, Trennwand zum nachfolgenden Zwischenraum.
Leitungskontrolleinrichtung am Übergabepunkt zur Übertragungsstelle II im Detail.

Beide Kontrolleinrichtungen halfen in vielen Problemfällen effizient und schnell auftretende technische Probleme im Verantwortungsbereich der Übertragungsstelle bzw. des MD zu lokalisieren und letztendlich zu beheben. Sie wurden im Eigenbau hergestellt und waren von 1978 bis 1990 im Einsatz.

Möglich das sie neben der 'vielen' anderen Technik nie recht auffielen, sie waren aber immer das erste und bevorzugte Kontrollmittel bei erkannten Leitungs-Problemen.
Gerätesystem der Wetterbildempfangsstation bestehend aus dem K1600 - Gefäßssystem. Blickrichtung zu Raum 307.
Gerätesystem der Wetterbildempfangsstation bestehend aus dem K1600 - Gefäßssystem. Auf der linken Seite am Ende ist der Satellitenempfänger und die zugehörige integrierte Antennensteuerung zu erkennen. Blickrichtung zu Raum 304.

Der Platz zwischen beiden Geräteträgersystemen im Raum betrug nur noch knapp 1 - ein - Meter. Es war so nur noch unter belastenden Umständen möglich eine Systemwartung durchzuführen bzw. sich wegen der Klimatisierungs- und Geräuschprobleme überhaupt im Raum dauerhaft aufzuhalten.

Es sei bemerkt dass sich dieser Umstand nicht auf die Betriebszuverlässigkeit der Rechnersysteme ausgewirkt hat. Sie wurden durch eine sehr umsichtig installierte und angemessen kalkulierte Lüftung von unten gekühlt.
Auch ein Rudiment der Geschichte:
das µRechner Entwicklungssystem, notwendig für die Entwicklung und Wartung der ersten Ausbaustufen des Wetterinformationssystems POGODA V bestehend aus:

Bediendrucker BD4000, Lochbandleser LBL 1210, Lochbandstanzer LBS 1215, Netzteilen und Interfacesteuerungen dafür, Lochbandaufwickler, EPROM-Programmiereinheit und dem eigentlichen µR-System K1520 auf OEM-Kartenbasis im 19" - Standardgehäuse in einem NVA typischen Beistellregal montiert. Der MD war beginnend mit dem Jahre 1978 anerkannter Erstanwender dieser µR-Systeme auf K1510 / K1520 - Basis.

Dieses System wurde von 1979 bis 1990 benutzt und war im Dienstgebäude TO-03 - also oberirdisch - entfaltet. Es wurde in dieser Konfiguration mehrfach auch ausserhalb des FBZ eingesetzt, so u.a. im GS-31 und bei Robotron Dresden.
Ansicht des Hauptraumes der WIZ in seiner letzten Konfiguration vor der Bauwerksschließung 1994. Es ist gegenüber der Aufnahme aus dem Jahr 1990 der reduzierte Umfang der installierten technischen Hauptsysteme bzw. Terminals zu erkennen. Dies hängt unmittelbar mit reduzierten Aufgabenstellungen und damit weniger unterstellten Einheiten zusammen.

So sind jetzt die Terminals für das EDV-Projekt K04 / K09 und das System WILMA-4 nicht mehr vorhanden. Beide Systeme wurden inzwischen ausser Betrieb genommen. Weiterhin fehlen die FS-Direktvermittlungsanlagen vom Typ UNIVERM und die Modems TAM 601 für die online Datenübertragung. Zusätzlich installiert ist offenbar ein Desktop-PC.